Der Findling

Andreas M. Weidemann

Jedes Leben birgt seinen eigenen Abgrund. In ihn stürzen die Ereignisse unseres Daseins – und
aus ihm steigen die Geschichten empor. Jedes Leben ist Zufall, jeder Alltag Gewohnheit, seine Kontrolle eine Illusion – von den lauten Geräuschen dazwischen kündigen diese Erzählungen.
Ein Mann begegnet jeden Morgen einem Zeitungszusteller – und verliert sich in dessen Geschichte. Ein Banker wird zum Boten der Gewohnheit. Ein Frettchen zerstört ein Leben – oder rettet es. Ein Findling gerät ins Rollen – und mit ihm die Ordnung der Welt. Ein Adler erhebt sich über der Burg – und zieht seinen Herrn mit in den Abgrund. Ein Riss durchzieht Asphalt und Schicksal zugleich.Andreas Weidmanns Erzählungen sind scharfe Momentaufnahmen aus einer Welt, die aus der Balance geraten ist. Alltägliche Szenen kippen ins Unheimliche, das Vertraute wird bedrohlich, das Zufällige unausweichlich. Seine Figuren kämpfen mit Schuld, Gewohnheit, Verlust und der unstillbaren Sehnsucht nach Kontrolle.Freitag, 9. Oktober, 19.00